Performance
Fotografie
Café


DER FALL
Szenische Lesung nach dem gleichnamigen Roman von Albert Camus mit Annette Schneider

Verschiebung auf 2023


Szenische Lesung mit musikalischer Unterwanderung nach dem Roman Der Fall von Albert Camus. Die Hauptfigur Jean Baptiste Clamence erzählt ihr Leben als ehemals bekannter Rechtsanwalt und Lebemann in Paris, dessen heldenhaftes Selbstbild in der Mitte seines Lebens plötzlich Risse bekommt. Im Zuge von Schlüsselerlebnissen kommen Erinnerungen zutage, die seine Selbstwahrnehmung erschüttern und zeigen, dass er mehr als das ihm bekannte Gesicht hat. Er erzählt seine Geschichte als Beichte, mit einem bestimmten Ziel.

Gedanken:
  • seine Welt existiert, weil sie von anderen getragen wird
  • ein weißer, privilegierter Bildungsbürger, ein Cis-Mann, der sich "auserwählt" fühlt
  • die Macht ist so selbstverständlich, so normal, so unhinterfragt, ihr absurder Gipfel ist die "Barmherzigkeit" der Wohlhabenden
  • Klischees, Muster und Schablonen in Fülle
aber
  • "selbstverständliche Wahrheiten nennt man die, die man zuletzt entdeckt" -  und was macht man damit?
  • sein Bruch, seine Konsequenz und sein Ausstieg sind außergewöhnlich, mutig und nicht heldenhaft 
  • er verlässt das Terrain der Verdrängung und (Lebens)Lüge; das hat seinen Preis
  • sein Fall beschert ihm, neben allen Erschütterungen, auch Klarheit - ein Vorteil, den er nutzt um sich und andere zu richten 


Albert Camus

war ein französischer Schriftsteller, Philosoph und Religionskritiker. 1957 erhielt er für sein publizistisches Gesamtwerk den Nobelpreis für Literatur. Er gilt als einer der bekanntesten und bedeutendsten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts . Er zählte sich selbst nicht zu den Vertretern des Existenzialismus, insbesondere seine frühen Werke stehen dieser philosophischen Strömung jedoch sehr nahe. Im Zentrum seiner Philosophie steht das Absurde. Es entsteht aus der Gegenüberstellung der berechtigten Sinnsuche des Menschen und der Sinnlosigkeit der Welt. Dem Leid und dem Elend in der Welt sei kein Sinn abzugewinnen .  Für Camus besteht das Absurde im Erkennen der Tatsache, dass das menschliche Streben nach Sinn in einer sinnleeren Welt notwendigerweise vergeblich aber nicht ohne Hoffnung bleiben muss. Um nicht verzweifelt zu resignieren oder in Passivität zu verfallen, propagiert Camus den aktiven, auf sich allein gestellten Menschen, der unabhängig von einem Gott und dessen Gnade selbstbestimmt ein Bewusstsein neuer Möglichkeiten der Schicksalsüberwindung, der Auflehnung, des Widerspruchs und der inneren Revolte entwickelt. 
(Quelle: Wikipedia)

Annette Schneider

Die Geschichte Der Fall fasziniert Annette Schneider seit ihrer Jugend. 1998 bearbeitete sie den Stoff zum ersten Mal für ein Showing im Zuge des Resident Artist Program der Theatergruppe Mabou Mines in New York, an dem sie auf Einladung von Ruth Maleczech teilnahm. In dieser Performance konzentrierte sie sich auf die Erarbeitung von thematischen Strängen, wie Highlife, Menschen/Manipulation/Müll, Erinnerung, Ungemach mittels mehrsprachiger Textaufnahmen, Musik aus dem westlichen Kulturkreis und pantomimischer Darstellung. Der Roman ist auch 66 Jahre nach Veröffentlichung inhaltlich ungebrochen gültig. Annette Schneider findet, dass sie jetzt das ideale Alter für eine weitere, Bearbeitung  erreicht hat. 

Über uns:

Annette Schneider

Erstmals Bühnenluft geschnuppert in der Bühnenspielgruppe im Badener Gymnasium, damals reine Mädchenschule, daher crossdressing und Hosenrollen von Anfang an. 1985 bis 1988 Schauspielschule Krauss in Wien, parallel in Baden Gründung der Schauspielgruppe Die Taschenspieler, 1989 Übersiedlung von Baden nach Wien, 1992 Gründung  der Frauenkabarettgruppe Labellas, 1992 Gründung Wiener Frauentheater, heute IQTHEATER, 1996 Regieassistenz bei Projekttheater Wien-New York, 1998 Teilnahme am Resident Artist Program von Mabou Mines in New York, 1998 bis 2002 Studium "Europäische Wirtschafts- und Unternehmensführung", 1999 bis dato Arbeit für eine humanitäre Hilfsorganisation. 
Annette Schneider ist heute Schauspielerin, Sängerin, Regisseurin und Produzentin; sie spielt, singt, liest, was ihr bemerkenswert erscheint und bringt alle paar Jahre ein Programm heraus. Ihre Überzeugung ist, dass darstellende Künstler*innen grundsätzlich alle Rollen spielen sollten, unabhängig von der eigenen Genderzugehörigkeit oder jener (abstrakten) einer Rolle. Mit Besetzungen mehr zu spielen würde besonders auch älteren Stücken bzw. Texten guttun.

Produktionen: Die Irre von Chaillot, Theaterstück, 1986 (Rolle Aurélie); Die Fliegen, Theaterstück, 1987 (Rolle Elektra); Theater von/für Frauen, Show, 1991 (Konzept, Regie, div. Rollen); As time goes by, Show, 1992 (anteilig Konzept, Regie, Text, div. Rollen); Die Gesichter der Frau von Arc, Theatercollage, 1995 (Konzept, Regie, Soloperformance); Dein ist mein ganzer Schmerz, Show, 1995 (anteilig Konzept, Regie, Text, div. Rollen); Einsamkeit der Lust, Performance, 1996 (Regieassistenz); The Fall, Performance, 1998 (Konzept, Regie, Soloperformance); Weinen vor Glück, Show, 1998 (anteilig Konzept, Regie, div. Rollen); Heldenfreunde, Konzert, 2011 (Konzept, Regie, Text, Soloperformance); Das Haus, Video, 2015 (Rolle Heldin); Unliebe Liebeslieder, Konzerte, 2016, 2017 (Konzept, Regie, Text, Soloperformance); Zwischen_Zeiler # 12, Video Okto TV, 2017 (Gesangsperformance); Love & Crime, Konzert, 2018 (Konzept, Regie, Text, Soloperformance);

Love and Crime (2018), work in progress

Sex sells, crime sells! Es ist eine mediale Binsenweisheit, dass Krimis und Liebesageschichten sich bestens verkaufen. Idealerweise vereint eine Geschichte gleich beides: Love & Crime. Und dazwischen gibt es Werbung, das Paradies fürs Geld. So werden wir medial geschaukelt zwischen Verbrechen, Skandalen und Liebeskitsch aus aller Welt, stets in freudiger Erwartung des neuesten Burps von Herrn Trump. Aber etwas Unterhaltung wird ja wohl erlaubt sein, oder wie sollen wir sonst Love & Crime unseres eigenen Lebens überstehen?

Zwischen_Zeiler (2017)

 www.okto.tv/de/oktothek/episode/19523

Unliebe Liebeslieder (2016)

Liebeslieder gibt es wie Sand am Meer. Ihre Formen und Verpackungen variieren zwar in Stil, Qualität und kulturellen Details, aber ob Minnesang, Chanson, Arie, Schlager, Popsong ... die eigentlichen Inhalte sind immer die gleichen. In diesem Konzert geht es um den Treibsand des Genres, um weiße Flecken und schwarze Schafe unter vorwiegend westlichen Chansons und Schlagern. Denn taucht man ein in manch vermeintlich seichtes Liebeslied, kann man auf interessante, komische und mitunter auch kriminelle Untiefen stoßen.
Annette Schneider präsentiert in ihrem Konzert eine Auswahl bekannter und weniger bekannter Liebeslieder von Georg Kreisler, Jacques Brel, Dean Martin u. a. m., die vieles sind - nur nicht lieb.

Heldenfreunde (2011)

Sieht man von jüngeren amerikanischen Fernsehserien wie Sex and the City, Desperate Housewives usw. ab: Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass das Thema Freundschaft jahrhundertelang anhand von Männergeschichten erzählt wurde? Lieder und Texte z. B. von Georg Kreisler, Berthold Brecht/Kurt Weill, Friedrich Schiller, Martin Suter über klassische Heroen, Saufkumpanen und Freunderln aus Politik und Wirtschaft. Eine queere Perspektive auf Helden als (männliche?) Identifikationssymbole.

Die Gesichter der Frau von Arc (1995)

Jeanne d'Arc, geboren ca. 1412, hört als junges Mädchen Stimmen von Heiligen, die sie beauftragen, das von den Engländern belagerte Orléans zu befreien und Karl VII. zum König krönen zu lassen. Sie verschafft sich Männerkleidung und ein Schwert und zieht gegen den Willen ihres Vaters in den Krieg. Sie erreicht ihr Ziel. Doch dann gerät sie in Gefangenschaft und wird nach einem aufsehenerregenden Kirchenprozess als Ketzerin zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. 1920 erfolgt ihre Heiligsprechung. Es gibt über 2.000 literarische Bearbeitungen der Geschichte von Jeanne d'Arc: teuflische Ausländerin bei Shakespeare, gehemmtes Mädchen bei Schiller, Lolita-Charme bei Anouilh, zielstrebig wie ein Mann bei Shaw ... oder war sie biologisch sogar ein Mann, wie manche Historiker behaupten? Tausendfach durchgekaut, ohne Gesicht, viele Gesichter. Authentizität zu behaupten, ist nicht möglich.

Chris Schneider

Fotografie



Café Hotel Aphrodite

Zukunftsprojekt für Kunst, Freude, Kaffee und Kuchen sowie 5 Uhr Tee und Tanz mit Bredette und dem kleinen Drachen > work in progress!

Kontakt

Kontaktiere uns

Adresse
office@iqtheater.at
Telefon